Industrie 4.0 beschäftigt Unternehmen jeder Größe. Mit dieser Methode schafft jedes Unternehmen den Einstieg und die Realisierung erster Projekte.

In vielen Veranstaltungen und Seminaren kann man den Einblick in das Thema Industrie 4.0 und die ersten Pilotprojekte großer Unternehmen erhalten. Oft fehlt es jedoch am konkreten Bezug, wie man selbst ein Industrie 4.0-Projekt im eigenen Unternehmen starten könnte.

Der digitale Wandel des Unternehmens

Genauso wie die Gesellschaft, unterliegt jedes Unternehmen einem digitalen Wandel. Durch die fortschreitende Digitalisierung kommen immer mehr neue Technologien zum Einsatz. So sind zum Beispiel Cloud-Dienste oder der 3D-Druck oftmals schon Bestandteile von Produktionsabläufen. Die ersten Schritte in die Industrie 4.0 sind also bereits gegangen worden, nicht immer aber mit einer einheitlichen Strategie.

Die 4.0-Wege bewusst gehen

Um den digitalen Wandel bewusst in einem Unternehmen einzuleiten, ist eine einheitliche Vorgehensweise von zentraler Bedeutung. Diese beinhaltet nicht nur die Strategie zur Nutzung neuer Technologien. Der Weg in die Industrie 4.0 kann auch bedeuten, dass ein Unternehmen sich komplett neue Geschäftsfelder erschließt. Auch diese gilt es in einer Strategieentwicklung mit zu beachten und zu bewerten.

Neben dem eigenen Unternehmen ist aber auch wichtig, sich seine gesamte Lieferkette anzuschauen, denn die vierte industrielle Revolution basiert nicht nur auf der vertikalen Vernetzung, sondern auch auf der horizontalen. Daher beinhaltet eine ganzheitliche Strategie sowohl eine interne als auch eine externe Betrachtung.

Eine bewährte Methode für den Einstieg in die Industrie 4.0

Aller Anfang muss nicht schwer sein. Bei der Suche nach dem ersten Pilotprojekt kann auf bewährte Vorgehensweisen zurückgegriffen werden. Mit wenigen Schritten schaffen Sie innerhalb Ihres Unternehmens zunächst die notwendige Wissensbasis zur digitalen Transformation, entwickeln gemeinsam in kleinen Teams Ideen für potenzielle Projekte und definieren daraus ihr erstes Pilotprojekt. Abschließend erfolgt die Umsetzung, und selbstverständlich darf am Ende die Erfolgskontrolle nicht fehlen.

Im Folgenden werden die detaillierten Schritte für diese Methode im Einzeln vorgestellt. Diese können als Rahmenwerk für das erste Industrie 4.0-Projekt dienen.

1. Den Einstieg in die Industrie 4.0 finden

Unter den Sammelbegriffen Industrie 4.0 und digitale Transformation werden große Themenfelder zusammengefasst. Will man diese alle sichten und bewerten, ist dies mit hohem Zeitaufwand verbunden. Auch ist es nicht immer trivial, die Relevanz eines Themenbereiches für die eigenen Produkte und Dienstleistungen zu erkennen.

Der erste Schritt besteht also darin, die Mitarbeiter auszuwählen, die sich in das Thema Industrie 4.0 einarbeiten sollen. Die Einarbeitung kann sich zum Beispiel aus den folgenden Schritten zusammensetzen:

  • Besuch von Industrie 4.0-Informationsveranstaltungen
  • Eigenständige Einarbeitung durch Recherchen in Literatur und Internet
  • Einarbeitung in die durch die Industrie 4.0 neu entstehenden Geschäftsfelder
  • Teilnahme an Industrie 4.0-Workshops

Der Zeitaufwand für die Teilnahme an Veranstaltungen und die eigenständige Recherche darf nicht unterschätzt werden. Häufig stehen die Mitarbeiter dadurch für andere Projekte nicht mehr zur Verfügung. Durch eine gezielte Industrie 4.0-Schulung im eigenen Unternehmen kann jedoch viel Zeit eingespart werden. Eine gemeinsame Schulung stellt sicher, dass alle Mitarbeiter über denselben Wissensstand verfügen, und bietet den Vorteil, dass der Dienstleister eine Vorauswahl der für das Unternehmen relevanten Themen vornehmen kann.

2. Gezielte Ideengenerierung durchführen

Mit den frisch erworbenen Kenntnissen über die Industrie 4.0-Themenvielfalt und neue mögliche Geschäftsfelder können die ersten Ideen für ein unternehmensspezifisches Industrie 4.0-Projekt generiert werden. Auch wenn jeder Mitarbeiter natürlich einzelne Ideen für sich selbst ausarbeiten könnte ist es doch effektiver, wenn dies in einer Gemeinschaftsarbeit erfolgt.

Von daher bietet sich für die gemeinsame Ideengenerierung ein unternehmensinterner Workshop an. Das Ziel ist es, möglichst viele relevante Ideen zu erarbeiten, wobei hier wirklich die Devise „umso mehr, umso besser“ gilt. Eine Bewertung der Ideen findet in diesem Schritt nicht statt. Es geht nur darum, möglichst kreative Ideen zu generieren und diese zu dokumentieren.

Ein wenig Struktur für den unternehmensinternen Workshop fördert die Kreativität und sichert den Erfolg. Folgender Ablauf hilft, in eine gemeinsame Richtung zu gehen:

  • Diskussion über relevante Industrie 4.0-Themen
  • Eigene Bestandsaufnahme der vorhandenen Ressourcen und Systeme
  • Erfassung bereits im Unternehmen vorhandener Industrie 4.0-Technologien und -Prozesse
  • Entwicklung von Ideen mit Hilfe passender Brainstorming- oder Mindmappingmethoden
  • Strukturierung der erfassten Ideen

Natürlich besitzen Dienstleister im Industrie 4.0-Umfeld bereits Konzepte für solche Workshops, die nur noch an die genauen Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden müssen. Unternehmensexterne Moderatoren können auch dabei unterstützen, immer dicht am Thema zu bleiben und zum Beispiel dafür zu sorgen, dass Ideen nicht zu früh bewertet werden. An dieser Stelle lohnt sich immer der Kontakt zu den entsprechenden Anbietern.

3. Alle generierten Ideen bewerten

Die im Workshop generierten Ideen sind zunächst ungefiltert und müssen nach mehreren Faktoren bewertet werden. Die einzelnen Bewertungskriterien müssen auf das Unternehmen und die Unternehmensziele ausgerichtet sein. Natürlich kommen hier vor allem auch ökonomische Kriterien zum Einsatz.

Im dritten Schritt werden die einzelnen Ideen nach folgender Struktur bewertet:

  • Auswahl unternehmenseigener Bewertungskriterien
  • Bewertung der einzelnen Ideen nach den ausgewählten Kriterien
  • Auswahl der drei besten Ideen zur weiteren Detaillierung

Zur genaueren Ausrichtung der Bewertung können die einzelnen Bewertungskriterien noch zusätzlich gewichtet werden, so dass nach der Bewertung ein qualifizierteres Ergebnis vorliegt. Für die drei besten Ideen gilt, dass diese im nächsten Schritt noch genauer detailliert werden, um den endgültigen Kandidaten für ein Pilotprojekt auszuwählen.

4. Businesspläne für die besten Drei

Damit die beste Idee auch Realität wird, müssen die im vorangehenden Schritt ausgewählten Ideen zunächst genauer durchdacht werden. Die Detaillierung kann auf Basis von vereinfachten Businessplänen erfolgen, da diese schon so aufgebaut sind, dass alle Faktoren zumindest etwas genauer betrachtet werden müssen.

5. Präsentation und Auswahl der besten Idee für ein Pilotprojekt

Sind die vereinfachten Businesspläne erstellt, sollten sie dem Management bzw. der Geschäftsführung vorgestellt werden. In der anschließenden Diskussion findet die Auswahl des Pilotprojektes statt. Das ungefähre Budget, der grobe Projektplan und das benötigte Projektteam sind bereits aus dem vereinfachten Businessplan her bekannt.

6. Das erste Industrie 4.0-Pilotprojekt

Die Wahl ist getroffen, das Budget ist genehmigt und das erste Industrie 4.0-Projekt kann endlich starten. In den ersten Projektmeetings sollte das Team den Projektablauf genauer detaillieren und die Aufgaben und Meilensteine festlegen. Danach geht es an die Umsetzung. Der Projektverantwortliche kontrolliert dabei durchgehend die Einhaltung der Ziele und Zeiten. Auch delegiert er die einzelnen Dienstleister, die eventuell in das Projekt eingebunden werden.

Natürlich kann auch die Projektleitung durch einen externen Dienstleister übernommen werden. Dieser hat den Vorteil, dass er bereits Erfahrung bei der Umsetzung solcher Projekte mit sich bringt.

7. Erfolg immer wieder kontrollieren

Die Erfolgskontrolle ist nicht nur am Ende des Projektes wichtig, sie ist auch in der Umsetzung von fundamentaler Bedeutung. Während der Projektdurchführung können sich Rahmenbedingungen ändern, die den Fortgang des Projektes maßgeblich beeinflussen können. Deswegen ist es ratsam, zu jedem Meilenstein einen Bericht zu verfassen, der den Entscheidern vorgelegt wird. Auf diese Weise können notwendige Maßnahmen frühzeitig erkannt und berücksichtigt werden.

Die im Businessplan genannten Ziele für die nächsten Jahre müssen nach Abschluss des Projektes weiter überprüft werden. Auch hier empfiehlt sich ein schriftlicher Bericht an die Entscheidungsebenen, um Erfolg oder notwendige Korrekturen zu kommunizieren. Eine klare und offene Kommunikation führt zu Transparenz über das Pilotprojekt und stärkt zukünftige Industrie 4.0-Projekte innerhalb des Unternehmens.

Den Weg nicht alleine beschreiten

Industrie 4.0 ist ein sehr weitreichendes Thema. Sich in alles neu einarbeiten zu müssen kostet sehr viel Zeit, die Mitarbeiter oft neben ihren täglichen Aufgaben nicht haben. Nutzen Sie für Ihr erstes Industrie 4.0-Projekt die Kompetenz von CAD Schroer. Das Unternehmen bereitet Ihre Mitarbeiter auf das erste Projekt vor und entwickelt gemeinsam mit Ihnen das erste Pilotprojekt. Damit beginnt die digitale Transformation Ihres Unternehmens.